Ein ganz herzliches Dankeschön
180Jahre Männerchor “Liederkranz” 1838 Rodau e.V.
möchten wir auf diesem Weg an die Unterstützer
unserer 180 Jahrfeier weitergeben !
Gedanken zum 180. Jubiläum Bei Geburtstagen erinnert man sich gerne daran, wie hat es angefangen? An den Geburtstag eben. Bei hohen Jahreszahlen gibt es naturgemäß nur wenige, die sich erinnern können. Bei der Zahl 180 sicher niemanden mehr. Zum Glück gibt es Überlieferungen und Aufzeichnungen zu solchen Ereignissen. So kann auch ich in Gedanken bei den Anfängen unsers Chores verweilen. Man schrieb das Jahr 1838 als der damalige Kantor Carl Gottlieb Grundmann in Rodau sangesfreudige Männer um sich vereinte, um den gemeinsamen Chorgesang zu pflegen. Bis zu seinem Tode am 9.12.1850 stand er dem Chor vor. Als Gründungsdatum des Chores gilt der 18. 10.1838. Dieses Datum findet man in einem der ersten, heute noch vorhandenen Liederbüchern, wieder. Sie wurden damals fein säuberlich auf Büttenpapier handschriftlich vervielfältigt. Diese kostbaren Dokumente aus alter Zeit erfuhren später eine weitere Bereicherung durch ein zweites handschriftlich angefertigtes Liederbuch. Aus den vorhandenen Schulprotokollen ist zu ersehen, daß die Singstunden in der Schule stattfanden. Besonders aufgeführt wird die vom 30.1.1839, wo der Sängerverein seine Singübungen abends 7 Uhr abhält. Wie schon früher zeichnete sich diese durch ein gesittetes Betragen aus. Doch war eine Spannung zwischen dem Webermeister Götz und seinem Gesellen aus Rodersdorf entstanden. Es wurde den Mitgliedern der Rat gegeben, auswärtige auszuschließen. Die gute Disziplin zeigt eine Aufzeichnung unter dem 18.1.1840. Hier heißt es: Singstunde für den Männerchor, Besuch, Aufmerksamkeit und Gesittung ist nur zu loben Das damalige Liedgut umfaßte Erntelieder, Choräle, Kanons, einige Lieder von Mozart, aber auch Soldatenlieder, Volks- und Heimatlieder. Sie wurden durch Kantor Grundmann gesammelt und zum Teil für den Männerchor gesetzt. Das Lied Nr. 1 gibt einen Einblick in die Sitten und Gebräuche der damaligen Zeit: „Füllet die Humpen, muthige Knappen, Sieger sind wir. Ruhm bekränzt prangend hoch unser Wappen heut im Turnier. Sternlein am Himmel, wenn sie verschwinden, soll uns die Sonne trinkend noch finden.“ Eine herausragende Person in der Entwicklung des vogtländischen Gesangvereinswesens war der Plauener Stadtkantor Johann Friedrich Finke (1778-1868). 1826 gründete er bereits die jetzige "Sing-Academie Plauen". Die gewichtige Popularisierung des Chorgesangs gelang ihm ab 1836 mit der Gründung des "Voigtländischen Volksschullehrer-Vereins" , der jahrelang Bestandteil vogtländischer Gesangsfeste war, die ab 1837 alljährlich veranstaltet wurden. Anzunehmen ist, daß auch der Rodauer Kantor Grundmann durch diese Feste inspirierte wurde, in seinem Wirkungsbereich einen Chor aufzubauen. Der erste nachgewiesene öffentliche Auftritt des Chores war beim "3. Gesangsfest des Voigtländischen Volksschullehrer-Vereins" am 14. August 1839 in Plauen. Aus dem Wortlaut der Anzeige geht die gute Planung und Organisation dieses Festes hervor. Kantor Finke selbst belebte anläßlich solcher Treffen regelmäßig die Chorliteratur durch eigene Rundgesänge, Bundeslieder, Sängersprüche, Sängergrüße usw. und regte die Vereine an, dies ebenfalls zu tun. So ist in den Rodauer Liederbüchern ein Rundgesang zum Gesangsfest von 1840 vorhanden, der direkt auf Rodau zugeschnitten wurde. „Auch Rodau erhebet mit mutiger Freude die Stimme und preiset die Festgeber heute. Hoch lebe ein jeder, der`s Singen noch lehrt und in dem Gesange das Lieben bewährt. Denn das Singen, ihr Brüder, das macht`s nicht allein, die Liebe bringt alles im schönsten Verein. Auch wir, ihr Brüder, wir können nicht schweigen und wollen die biedere Rechte euch reichen. Das Sprüchlein, dass ihr uns zum Gruße genannt, es gilt auch bei uns auf dem platten Land. Denn Gesang und Liebe im schönsten Verein, sie erhalten dem Leben den Jugendschein. Drum halten wir fest an dem Sängerbunde und schwören ihm Treue in heiliger Stunde und pflanzen des deutschen Sängers Wort zum Segen des Volkes mit Freuden fort. Denn Gesang und Liebe im schönsten Verein, sie erhalten dem Leben den Jugendschein. Die Sängertreffen fanden jährlich bis 1849 statt, wobei die Austragungsorte nach 1840 neben Plauen auch Oelsnitz/Vogtl., Reichenbach, Auerbach, Pausa, Elsterberg und Adorf waren. Zu diesen Festen kamen ca. 400 Sänger, um sich zu repräsentieren. Aus den Teilnehmerlisten geht hervor, daß der Rodauer Chor an den Sängertreffen beteiligt war. Diese Treffen trugen wesentlich zur Verbreitung der Chormusik und der Aktivierung des Chorgesangs in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts bei. Wenig ist aus dieser Zeit, vor allem aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts überliefert wurden, da ein Brand des Gasthauses in Rodau im Jahre 1897 wertvolle Dokumente vernichtete. Es läßt sich jedoch heute feststellen, daß der Rodauer Männerchor zu den ältesten, am kontinuierlichsten tätige Chorgemeinschaft in Deutschland gehört. Lediglich je drei Jahre musste der Chor in den beiden Weltkriegen seine Aktivitäten ruhen lassen. Unser Verein heute besteht aus 22 aktiven Sängern und 15 passiven Mitgliedern. Als 1.Liedermeister führt uns seit 2012 Matthias Gantke, der bei manchen Anlässen von Frank Koch vertreten wird, um möglichst allen Verpflichtungen nachkommen zu können. In ca. 45 Singstunden und zu etwa 15 weiteren Anlässen kommen wir im Durchschnitt pro Jahr zusammen. Das ist alles Freizeit, die wir gerne für unser Hobby aufbringen. All diese Aktivitäten wären aber nicht möglich ohne die Unterstützung durch unsere Sängerfrauen, die als unsere größten Fans, aber auch härtesten Kritiker mit ihrem persönlichen Einsatz unser Vereinsleben erst möglich machen. Soweit zu den Anfängen unseres Chores. Die jüngere Geschichte haben eigentlich alle hier im Saal selbst miterlebt. Ihr könnt euch also dazu selbst eure Gedanken machen. Für diese Zeit möchte ich jedoch zwei Wirkungskreise unseres Chores besonders hervorheben. Seit ca. 60 Jahren hat sich mit den hier anwesenden Chören eine feste Chorgemeinschaft entwickelt, die für das Vereinsleben und die Tätigkeit unserer Chöre steter Ansporn ist. Leider haben wir in dieser Zeit mit den Männerchören Straßberg und Leubnitz zwei über Jahrzehnte aktive Mitglieder wegen zu geringer Sängerzahlen aus dieser Runde verloren. Der zweite Gedanke führt mich über unsere Region hinaus, denn seit 28 Jahren eint uns eine sehr herzliche und feste Partnerschaft mit unseren Sangesschwestern und -Brüdern der „Sängerlust“ 1882 Hahn. Diese Beziehung entstand bereits zu deren 100. Chorjubiläum und konnte aber erst mit der Wende persönlichen Charakter annehmen. Liebe Sangesfreunde, So vereint uns alle das Motto unserer Zusammenkunft „Singen bringt Freude ins Herz“. Lasst uns nun in diesem Sinne Singen und Feiern.